Deutsch-Amerikanische Gesellschaft
Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft wurde im Jahr 1957 gegründet und ist seitdem Teil der Auslandsgesellschaft.de e. V. Sie blickt auf eine lange Tradition der transatlantischen Begegnung, des politischen Dialogs und der kulturellen Verständigung zurück. Seit 2006 wird die Gesellschaft ehrenamtlich von Gerald Baars geleitet. Mit ihm ist die Arbeit der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft eng mit journalistischer Expertise, internationaler Erfahrung und einem tiefen Verständnis für politische Zusammenhänge verbunden.
Unsere Botschaft
Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft in der Auslandsgesellschaft.de e. V. versteht sich als Forum für Dialog, Information und gegenseitiges Verständnis zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika. Ziel ihrer Arbeit ist es, ein differenziertes Bild der USA zu vermitteln, gesellschaftliche und politische Entwicklungen einzuordnen und den transatlantischen Austausch auch in schwierigen Zeiten lebendig zu halten. Gerade angesichts eines oft verzerrten USA-Bildes in Deutschland möchte die Gesellschaft Verständnis wecken – für ein Land im Wandel, für innere Spannungen, aber auch für die Vielfalt und die demokratischen Kräfte innerhalb der amerikanischen Gesellschaft.
Leitung und Expertise
Gerald Baars verfügt über jahrzehntelange Erfahrung als Journalist und Auslandskorrespondent. Ab dem Jahr 2000 leitete er über sechs Jahre das ARD-Studio in New York. Zuvor war er unter anderem als Reisekorrespondent in Afrika und Osteuropa tätig, arbeitete als Redakteur für Außen- und Entwicklungspolitik und war Gründungschef des WDR-Radios Eins Live. Die letzten Jahre vor seinem Ruhestand stand er dem WDR-Studio in Dortmund vor. Nach seiner Rückkehr aus den USA übernahm Baars die Leitung der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft – motiviert durch den Wunsch, einem zunehmend einseitigen Bild der USA in Deutschland differenzierte Perspektiven entgegenzusetzen. Insbesondere nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sowie den Kriegen in Afghanistan und im Irak sah er die Notwendigkeit, Hintergründe zu erklären und Dialogräume zu schaffen.
Unterstützt wird die Arbeit der Gesellschaft von Dan Scanlon, dem amerikanischen Partner der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft. Scanlon arbeitet heute als Programmkoordinator an der Iowa State University. Zuvor war er Deutschlehrer in Buffalo, der Partnerstadt Dortmunds, und mehrere Jahre Koordinator von Studienreisen und Austauschprogrammen bei der Auslandsgesellschaft.
Unsere Themen und Partner
Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft organisiert Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und Gesprächsformate zu politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen rund um die USA. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Einordnung aktueller Entwicklungen und auf dem Austausch unterschiedlicher Perspektiven. Neben Präsenzveranstaltungen spielen digitale Formate eine wichtige Rolle. Diskussionsrunden und Vorträge finden zunehmend auch über den Atlantik hinweg statt – etwa per Zoom – und ermöglichen so direkte Gespräche mit amerikanischen Partnerinnen und Partnern. Darüber hinaus gehören Studienreisen und Austauschprogramme zum festen Bestandteil der Arbeit. Sie bieten die Möglichkeit, die USA jenseits medialer Schlagzeilen kennenzulernen und persönliche Begegnungen zu fördern.
Ein zentrales Anliegen der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft ist es, gesellschaftliche und politische Unterschiede zwischen Europa und den USA verständlich zu machen. Die Vereinigten Staaten unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht grundlegend von europäischen Gesellschaften. Das beginnt beim ausgeprägten Patriotismus, der in einem Land ohne lange gemeinsame Geschichte und ohne homogene Kultur als verbindendes Element fungiert. Die USA sind eine Einwanderungsgesellschaft, deren Identität stark über Symbole, Narrative und nationale Werte geprägt ist. Hinzu kommt ein vergleichsweise rudimentäres öffentliches Bildungssystem. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner verfügen nur über geringe Kenntnisse Europas. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung reist überhaupt ins Ausland, häufig bevorzugt in englischsprachige Länder. Diese Faktoren tragen zu einem begrenzten Blick über die eigenen Landesgrenzen hinaus bei.
Politisch zeigt sich die Spaltung des Landes besonders deutlich im Gegensatz zwischen den großen urbanen Zentren an Ost- und Westküste und den konservativ geprägten Regionen des sogenannten „Bible Belt“ sowie des Mittleren Westens. Dort dominieren oft andere Wertevorstellungen und Lebensrealitäten – etwa in Fragen von Religion, Abtreibung oder Homosexualität. Diese Regionen sind jedoch wahlentscheidend und prägen maßgeblich die politische Entwicklung der USA.
Aktuelle Herausforderungen und transatlantische Verantwortung
Die zweite Amtszeit von Donald Trump hat viele Beobachterinnen und Beobachter – darunter auch die Leitung der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft – sprachlos gemacht. Die deutliche Wiederwahl wirft Fragen auf und gibt angesichts zunehmender Einschränkungen von Freiheitsrechten Anlass zur Sorge. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass diese Entwicklungen auch innerhalb der USA kritisch gesehen werden. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner engagieren sich weiterhin für demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade in dieser Situation versteht sich die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft als Brückenbauerin: Sie möchte Kontakte pflegen, den Dialog aufrechterhalten und ihre amerikanischen Freundinnen und Freunde ermutigen, nicht zu resignieren.
Ü
brigens, wenn Sie Teil unseres lebendigen Netzwerks werden und sich ehrenamtlich engagieren möchten? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme bei Claudia Steinbach unter steinbach@auslandsgesellschaft.de, die Sie gerne über Möglichkeiten, Aufgaben und den Einstieg bei uns informiert.
Unser Team

Gerald Baars
Leitung der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft
„Die Deutschen glauben, alles über die USA zu wissen, weil sie in den Medien nicht nur mit amerikanischen Filmen und Serien, sondern auch mit allen möglichen Nachrichten aus den Vereinigten Staaten überflutet werden. In den USA gebe es nämlich in jedem noch so kleinen Städtchen lokales Fernsehen. Man erfahre deshalb auch aus der letzten Ecke jedes kleine Detail. Von überall gebe es Fernsehbilder. „Nur ein Beispiel: Es gibt prozentual in Europa bestimmt genauso viele Amokläufe wie in den USA. Aber in Portugal oder Griechenland existiert eben nicht ein so dichtes Netz von Korrespondenten. Und so wird der Eindruck vermittelt, dass es solche Vorfälle vor allem in den USA gibt.“
Gerald Baars
Mitmachen und Kontakt
In herausfordernden Zeiten sucht die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft verstärkt engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Gesucht werden Menschen, die Interesse an transatlantischen Themen haben, Veranstaltungen mitgestalten oder neue Dialogformate initiieren möchten. Die Gesellschaft lebt vom Austausch, vom Engagement Ehrenamtlicher und von der Überzeugung, dass Verständigung und Dialog wichtiger sind denn je.







