Acht Jahrzehnte nach Hiroshima und Nagasaki ist die atomare Bedrohung wieder real geworden. Mit dem Flaggentag der “Bürgermeister für den Frieden” am 8. Juli und der traditionellen Kundgebung zum Hiroshimatag am 8. August reagiert Dortmund auf eine weltpolitische Lage, die Beobachter seit Jahren nicht mehr so angespannt erlebt haben.

Eine Flagge als Gegenentwurf
Am 8. Juli wird vor dem Dortmunder Rathaus die Flagge der “Bürgermeister für den Frieden” gehisst – jenes Bündnisses, das einst der Bürgermeister von Hiroshima gründete, um aus dem Leid seiner Stadt eine globale Bewegung zu machen. Mehr als 8.000 Städte weltweit, über 800 davon in Deutschland, haben sich seither angeschlossen. Dortmund gehörte 1985 zu den ersten deutschen Städten, die diesem Bündnis beitraten – ein frühes Bekenntnis, das bis heute nachwirkt.
Noch vor fünf Jahren stand der Flaggentag im Zeichen eines diplomatischen Durchbruchs: des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen. Die Stimmung war eine der vorsichtigen Zuversicht. Diese Zuversicht ist verflogen. Zentrale Abrüstungsverträge wurden in der Zwischenzeit aufgekündigt, während zugleich an neuen, vermeintlich “kleineren” Atomwaffen geforscht wird – eine Entwicklung, die Fachleute als gefährliche Verharmlosung einer Waffengattung werten, deren Einsatz sich nicht kontrollieren lässt.
Hiroshimatag: Die Geschichte als Mahnung
Einen Monat später, am 8. August, richtet sich der Blick auf den Platz von Hiroshima, wo eine Kundgebung an den 81. Jahrestag der Atombombenabwürfe erinnert. Am 6. und 9. August 1945 wurden Hiroshima und Nagasaki zu den ersten und bislang einzigen Städten der Geschichte, die Ziel von Atombombenangriffen wurden. Rund 92.000 Menschen starben unmittelbar, weitere 130.000 bis zum Jahresende an den Spätfolgen. Überlebende und ihre Nachkommen leiden bis heute unter den gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen – eine Last, die über Generationen weitergegeben wird.

Erinnern, um zu handeln
Aus den Aussagen der Veranstalter wird ein gemeinsamer Zweck erkennbar: Sie wollen verdeutlichen, dass es im Falle eines Atomwaffeneinsatzes keine wirksame Hilfe für die Opfer gibt – und genau daraus die Notwendigkeit von Prävention ableiten. Da sich ein Atomkrieg nicht gewinnen lässt und sein Einsatz den Tod von Milliarden Menschen sowie das Ende von Wohlstand und zivilisierter Ordnung bedeuten würde, sehen IPPNW Dortmund, Deutsch-Japanische Gesellschaft, Stadt Dortmund und die unterstützenden Organisationen Abrüstung nicht als politische Option, sondern als zwingende Konsequenz. Mit dem Flaggentag und der Kundgebung zum Hiroshimatag wollen sie diese Erkenntnis aus der abstrakten Sicherheitsdebatte zurück in die öffentliche Wahrnehmung holen – als Mahnung, dass Prävention angesichts aktueller Kriege und einer instabilen Weltordnung dringender denn je ist.
Die Termine
- Flaggentag: Mittwoch, 8. Juli 2026, 14:30–16:00 Uhr, Stadt Dortmund
Weitere Informationen zur Veranstaltung unter https://auslandsgesellschaft.de/veranstaltungen/buergermeister-fuer-den-frieden-flaggentag/
- Kundgebung zum Hiroshimatag: Samstag, 8. August 2026, 16:00–18:15 Uhr, Platz von Hiroshima, 44137 Dortmund
Weitere Informationen unter https://auslandsgesellschaft.de/veranstaltungen/hiroshimatag-81-jahrestag-der-atombomben-abwuerfe-auf-hiroshima-und-nagasaki/
Beide Veranstaltungen sind öffentlich zugänglich. Die Veranstalter laden alle Dortmunderinnen und Dortmunder ein, an einem oder beiden Terminen teilzunehmen und damit ein sichtbares Zeichen gegen atomare Aufrüstung zu setzen. Wer die Erinnerung an Hiroshima und Nagasaki wachhalten und sich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen möchte, ist herzlich willkommen.







